Je nachdem wie alt man ist, erinnert man sich vielleicht daran, den eigenen Vater beobachtet zu haben, wie er abends seine Uhr aufdrehte, bevor er schlafen ging. Hätte er das nicht getan, wäre er garantiert mit einer Uhr aufgewacht, die stehengeblieben wäre. In jenen Tagen kam die automatische Uhr in Mode.
Wie funktioniert sie? Sie hat noch immer den gleichen Grundmechanismus wie die erste Uhr überhaupt, aber wie dieser Mechanismus angetrieben wird, hat sich geändert.
Alle mechanischen Uhren arbeiten auf eine ähnlichen Weise. Sie erfordern die Bewegung einer Reihe Zahnräder, um "zu ticken", was in Folge als Bewegungen der Uhrzeiger auf dem Zifferblatt angezeigt wird. Ein Rotor befindet sich in der Mitte des Uhrwerks. Er dreht sich kreisförmig und bewegt so die Hauptfeder, welche die Energiequelle einer Automatikuhr ist.
Bei einer automatischen Uhr erfolgt die Drehung dieser Spiralfeder mit jeder Bewegung des Arms oder Handgelenks. Selbstaufdrehende, automatische Uhren laufen zuverlässig, wenn man die Uhr jeden Tag trägt. Ist dies nicht der Fall, müssen sie manuell ca. zweimal die Woche aufgezogen werden. Aber auch ständig getragene Automatikuhren arbeiten besser, wenn sie manuell ungefähr einmal alle zwei Wochen aufgezogen werden, da dies hilft, das Uhrwerk geschmiert zu halten. Es ist ein Mißverständnis, das automatische Uhren niemals aufgezogen werden müssen, solange sie ständig getragen werden. Schmierung des Uhrwerks ist sehr wichtig, damit eine automatische Uhr gut läuft. Dies erfolgt, wie erwähnt, indem man sie manuell regelmäßig aufzieht und sie alle drei bis fünf Jahre zur Wartung zum Juwelier bringt. Zum Aufziehen einer automatischen Uhr dreht man ungefähr 30 bis 40mal, oder bis man einen leichten Widerstand merkt.
Eine Energiereserve läßt das Uhrwerk für 10 bis 72 Stunden weiterlaufen, wenn die Uhr nicht bewegt wird. Je grösser diese Reserve, desto länger läuft die automatische Uhr ohne weitere Bewegung oder manuelle Drehung weiter.
Rolex war der erste Uhrhersteller, der das Rotorsystem entwickelt und patentieren lassen hat, welches heute immer noch genutzt wird. Es wurde "das Unaufhörliche" genannt und war Teil der populären "Oyster"- Linie, die in den frühen dreißiger Jahren kreiert wurde. Emile Bohrer war der Rolex Techniker, der mit diesem System bekannt wurde, war aber nicht der Erste, der einen Rotor entwickelt hatte.
Diese Auszeichnung gebührt dem Schweizer Uhrmacher Abraham-Louis Perrelet vor langer Zeit, im Jahre 1770. Dieser hatte die Idee, genutzt werden konnte sie erst viel später, als man begann, Armbanduhren zu tragen. Eine Taschenuhr konnte mit körperlicher Bewegung nicht ausreichend angetrieben werden.
Automatische Uhren unterscheiden sich von Quarzuhren, die durch Batterien und nicht durch ein manuelles oder automatisches Aufzieh-System angetrieben werden. Angetrieben durch eine Batterie, vibriert ein Quarzkristall innerhalb des Uhrwerks. Diese Batterien halten ungefähr zwei Jahre, während automatische Uhren eine nie endende Energiequelle besitzen: Bewegung oder manuelles Aufdrehen.
Quarzuhren sind der Grund, daß Uhren heute günstig zu erwerben sind, aber Kenner mögen noch das Prestige und die Eleganz von einer in Handarbeit gemachten mechanischen Uhr.
Automatikuhren haben bereits einiges vom Quarzuhrenmarkt zurückgewinnen können in den letzten Jahren. Dies erklärt die sehr großen Zunahmen (95%) der Verkäufe zwischen 1993 und 1995.
Automatische Uhren sind mittlerweile ziemlich erschwinglich. Man findet sie heutzutage in jeder Preisklasse. Einige Marken reichen in sehr hohe Preisklassen, abhängig von den Verzierungen oder dem Prestige einer spezifischen Marke.
Die Artikel erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern sollen lediglich einen Überblick
schaffen. Wir können keine Garantie dafür übernehmen, dass die Ausführungen immer auf dem aktuellen Stand sind.
Bitte beachten Sie, dass unsere Artikel den Rat eines Fachmanns nicht ersetzen können.