Das Vestibularsyndrom ist eine plötzlich auftretende Störung des Gleichgewichtsorgans im Innenohr.
Der Einfachheit halber wird das Vestibularsyndrom von Tierärzten häufig auch als "Schlaganfall" bezeichnet, die Symptome der beiden Krankheiten ähneln sich sehr.
Meist tritt diese Erkrankung bei älteren Hunden auf, jedoch auch bei jüngeren Tieren ist das Vestibularsyndrom nicht auszuschließen.
Das Vestibularsyndrom tritt gänzlich ohne Vorwarnung auf, der betroffene Hund kann Minuten zuvor noch putzmunter gewesen sein.
Manche Tiere fallen einfach um und können sich alleine nicht wieder aufrichten, sie sind orientierungslos, wirken wie betrunken, verdrehen u.U. wirr die Augen (schielen) und es kann auch zu Erbrechen kommen.
Sollte ein Tier diese Symptome zeigen, so sollte sofort ein Tierarzt aufgesucht werden.
Es gibt zwar keine spezielle Therapie für dem "Schlaganfall" bei Hunden, jedoch können die Symptome auch auf andere Krankheiten hinweisen.
Sollte das Vestibularsyndrom bestätigt werden, kann der Tierarzt die Beschwerden mit Medikamenten lindern.
Am 15.04.2007 erkrankte unsere Labrador Retriever Hündin am Vestibularsyndrom. Sie war zu diesem Zeitpunkt 13 1/2 Jahre alt und nie ernsthaft krank gewesen.
Es war alles wie immer: nach der morgendlichen Gassirunde legte sie sich gleich schlafen. Etwa eine Stunde später kam sie zu uns heraus in den Garten. Sie stürzte fast die Treppe hinunter, lief ganz wirre Kreise, stieß dabei an Gegenstände, hatte einen total verzweifelten Blick. Zwischendurch brach sie zusammen, konnte sich aber immer wieder aufrappeln.
Wir haben versucht sie zu beruhigen, was sich sehr schwierig gestaltete. Sie war absolut ruhelos, obwohl sie keinerlei Orientierungssinn mehr hatte. Letztendlich schafften wir es, sie auf einer Liege zu halten. Sie fing an zu sabbern und zitterte am ganzen Körper. Sie hechelte unruhig und sah uns flehend an.
Ziemlich erschüttert und beunruhigt haben wir unsere Tierärztin angerufen, sie bat uns sofort in die Praxis zu kommen.
Dort war die Diagnose ziemlich schnell klar: Vestibularsyndrom.
Sie verabreichte der Hündin Cortison sowie ein durchblutungsförderndes Mittel. Mehr als Abwarten konnten wir dann nicht tun, die Tierärztin sah sehr hoffnungslos aus.
Wieder zuhause angekommen, legte sich die Hündin in den Sandkasten der Kinder und dort blieb sie liegen.
Wir alle haben uns schon allmählich mit dem Gedanken vertraut gemacht, dass sie wohl von uns gehen wird.
Aber gegen Abend ging es ihr urplötzlich besser. Sie stand auf, hat gefressen und war wieder ziemlich normal. Etwas benommen nach den Strapazen, aber sie konnte wieder gerade gehen, ist nicht mehr umgefallen und ihr Blick hatte sich normalsiert.
Am folgenden Tag sollten wir nochmal bei der Tierärztin vorbeikommen. Sie war sichtlich überrascht, wie gut es unserer Hündin ging.
Dieses schlimme Ereignis ist nun schon über ein Jahr her.
Unsere Hündin ist seither sehr schnell gealtert, sie hat immer mehr neue Zipperlein hinzubekommen, ist im Grunde aber noch sehr fit.
Vom Vestibularsyndrom ist kaum noch etwas zu merken. In den ersten paar Wochen nach dem Anfall gab es Tage, an denen ihr Blick nicht ganz so klar wie gewohnt war, sie den Kopf leicht schief gehalten hat. Mit der Gabe eine Cortisontablette war diesen Anzeichen aber immer gut entgegenzuwirken.
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